Vor genau 100 Jahren ─ am 10.Oktober 1920 ─ wurde Süd-Tirol von Italien annektiert und Tirol damit entgegen dem Völkerrecht und gegen den Willen der Einheimischen geteilt. Seit 100 Jahren dauert nun schon die Besetzung und Fremdbestimmung Süd-Tirols durch Italien an.
Die Liste Kranzl ist eine von vielen politischen Protagonisten die anlässlich dieses Trauertages daran erinnert, dass Unrechtsgrenzen auf Dauer keinen Bestand haben. „Österreich ist frei, Süd-Tirol ist es nicht.
Deshalb muss unser Vaterland als Schutzmacht Verantwortung übernehmen. Und diese endet eben nicht an der Unrechtsgrenze am Brenner!“ meint GR Benjamin Kranzl.
Italien hat unserem Land 100 Jahre gestohlen. Diese 100 Jahre haben leidvolle Spuren im Süden unserer Heimat hinterlassen, aber auch nach einem Jahrhundert ist es dem Staat Italien nicht gelungen, aus Süd-Tirol eine italienische Provinz zu machen.
„Denn die Südtiroler sind ebenso wenig Italiener wie die Burgenländer Ungarn sind!“ sagt Kranzl.
Wer glaubt, dass die Brennergrenze nicht verändert werden kann und dass Süd-Tirol auf ewig bei Italien bleiben muss, der hat nichts aus der Geschichte gelernt. In den letzten 40 Jahren hat es unzählige
Grenzveränderungen in Europa gegeben: Der eiserne Vorhang ist gefallen, BRD und DDR wurden wiedervereint und die Staaten Jugoslawiens haben ihre Unabhängigkeit erlangt. All diese Veränderungen waren möglich, weil das Volk es so wollte und jede dieser Veränderungen hat sich als richtig erwiesen.
Man kann das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen, aber man kann die Zukunft selbst gestalten. Die Brennergrenze ist ein historisches Überbleibsel aus vergangenen Tagen, das endlich überwunden werden muss. Das freie Europa und die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes bieten dazu alle Möglichkeiten.
Die Zukunft gehört nicht jenen, die krampfhaft an den Grenzen von gestern festhalten, sondern denen, die „mutig in die neuen Zeiten schreiten“.
Wir erinnern deshalb an Eduard Reut-Nicolussi’s Ausspruch, der bis zum heutigen Tage nichts an seiner Bedeutung verloren hat: „Selbst wenn Italien den Schlern mit Gold überziehen wollte, könnten wir dem Ziel der Landeseinheit nicht entsagen!“