Österreich ist (k)ein Matriarchat

Nach rein wissenschaftlichen Kriterien ist Österreich kein Matriarchat. Weder dominieren Frauen die Wirtschaft, noch haben sie die uneingeschränkte politische Macht und genauso wenig haben sie die alleinige Befugnis über Wissenschaft, Religion oder Kultur. Und doch gewinnt ein Narrativ an Boden, das behauptet, strukturelle Diskriminierung würde Frauen immer noch benachteiligen. Es ist eine zugespitzte Diagnose, die provoziert – und die einer nüchternen Betrachtung bedarf.

Die Gleichstellungspolitik der vergangenen Jahrzehnte zielte darauf ab, rechtliche und gesellschaftliche Benachteiligungen von Frauen abzubauen. Wahlrecht, Zugang zu Bildung, Gleichbehandlung am Arbeitsplatz – vieles davon war hart erkämpft. Heute stellt sich jedoch für manche die Frage, ob einzelne Maßnahmen über das ursprüngliche Ziel hinausgeschossen sind oder neue Ungleichgewichte erzeugen.

Frauen sind Opfer, Männer sind Täter

Was als Mobilisierung für Grundrechte und Freiheit begann, ist mittlerweile zu einem gesellschaftlichen Dogma geworden: Frauen seien das Opfer einer patriarchalen Struktur, wer dies nicht so sieht ist Mittäter. 

Begriffe wie „Femizide“ die dezidiert den Mord an Frauen meinen, schubladisieren Morde in höher- oder minderwertige Tatbestände. So werden Denkmuster verankert die stets mit den Zauberwort „struktureller Ungleichheit“ argumentieren.

So einfach, so falsch: Denn Lebensbedingungen sind nicht Schicksal, sie sind Konsequenzen. Frauen haben in Österreich rechtlich den gleichen Stellenwert. Oder kennen Sie ein Recht das Männer haben aber Frauen verwehrt wird?

Ein solches Recht gibt es in Österreich schlicht nicht! Hingegen haben Frauen 5 Vorteile gegenüber Männern die gesetzlich verankert sind. Konkret geht es hierbei um den Wehrdienst, Pension, Reproduktionsrechte, Sorgerecht und Berufsquoten. 

Wehrdienst – viele Rechte, keine Pflicht

Die Wehrpflicht ist eine dieser Pflichten die aus der österr. Staatsbürgerschaft hervorgeht. Während Männer in Österreich zum Grundwehrdienst, Zivildienst oder Gedenkdienst verpflichtet sind, gilt diese Verpflichtung für Frauen nicht. Sie können freiwillig Dienst leisten, sind jedoch im Ernstfall nicht wehrpflichtig. Kritiker sehen darin eine rechtliche Ungleichbehandlung bei staatsbürgerlichen Pflichten. Kaum eine Frau befürwortet die Wehrpflicht für Frauen. Sie argumentieren er sei historisch gewachsen und dementsprechend nicht reformbedürftig.

Weniger Arbeit und frühe Pension

Auch beim Pensionsantrittsalter bestand lange eine Differenz zwischen Männern und Frauen, wenngleich eine schrittweise Angleichung bereits beschlossen wurde. Gleichzeitig wird regelmäßig über den Gender Pay Gap debattiert. Während radikal- feministische Stimmen strukturelle Benachteiligungen und sterotypisch-unbezahlte Care-Arbeit ins Treffen führen, verweisen Gegenstimmen auf das bereinigte Einkommen: Frauen verdienen weniger weil sie öfters in Teilzeit sind, weil sie sich öfters freiwillig um die Kinder kümmern oder weil sie schlicht in schlechter bezahlten Branchen arbeiten. Dies ist jedoch das Ergebnis eines freien Marktes und freier Entscheidungen. Der sogenannte Gender Pay Gap ist also ein Mechanismus um Äpfel mit Birnen zu vergleichen. 

Reproduktionsrechte ohne männliche Mitspracherechte

Im Bereich der Reproduktionsmedizin und des Schwangerschaftsabbruchs liegt die alleinige Entscheidungsbefugnis letztlich bei der Frau.  Sie besitzen die Möglichkeit einer Abtreibung und somit die Entscheidung über Leben und Tod eines ungeborenen Menschen. Männer haben keine formelle Mitsprache, obwohl sie ebenfalls betroffen sind.

Es obliegt also gänzlich der Frau wenn sie beschließt ein Kind zu bekommen. Sei es durch künstliche Befruchtung, auf natürliche Weise, mithilfe von nachträglichem Samenraub oder durch Vergewaltigung. Letzteres hat zwar rechtliche Konsequenzen – doch eben auch für den Mann: So kann eine Mutter die einen Mann vergewaltigt hat und ein Kind zur Welt brachte anschließend ganz selbstverständlich Alimente verlangen. 

Sorgerecht in Frauenhand

Auch im Familienrecht entzündet sich die Debatte. Gerichte entscheiden vermeintlich nach dem Kindeswohl. Faktisch übernehmen jedoch häufiger Mütter die Hauptbetreuung, was mit Erwerbsmustern und gesellschaftlichen Erwartungen zusammenhängt. Ob hier strukturelle Voreingenommenheit oder sozioökonomische Erwartungshaltungen den Ausschlag geben kann nicht beantwortet werden. Letztlich schafft das österr. Sorgerecht aber eine systematische Benachteiligung – zugunsten der Frau. 

Leistungshemmende Frauen-Quote

Frauenquoten in staatsnahen Betrieben und Aufsichtsräten sollen strukturelle Barrieren abbauen. Faktisch handelt es sich hierbei um einen Eingriff in marktwirtschaftliche Prinzipien und einer auswuchernden Symbolpolitik. Quoten tragen aktiv dazu bei echte Leistungsträgerinnen zu delegitimieren, indem deren Erfolg auf politische Vorgaben reduziert werden. Befürworter halten dem entgegen, dass ohne gezielte Maßnahmen bestehende Netzwerke und implizite Vorurteile fortwirken. Hierbei sei aber auch erwähnt dass solche Regelungen immer nur in Aufsichtsräten oder anderen Führungspositionen gefordert werden. Nie aber bei der Müllabfuhr, in Leichenhallen oder auf Ölbohrinseln.

Partnerschaft statt Polarisierung

Die zugespitzte These vom „Patriarchat“ ist also weniger eine empirische Beschreibung als ein politisches Schlagwort. Sie speist sich aus dem Gefühl enttäuschter Frauen, sich neue gesellschaftliche Rollen erkämpfen und alte Vorteile verlieren zu können. Gleichzeitig werden reale Vorteile gekonnt ignoriert. 

Was bleibt, ist eine zunehmende Polarisierung. Was wir hier als Matriarchale Strukturen identifizieren können, sind das Produkt trojanischer, antiökonomischer, radikal-feministischer Prozesse die politisch und gesellschaftlich mehrheitsfähig wurden. Ihr Ziel ist nicht wie vermeintlich angenommen das Leben der Frauen zu verbessern sondern die Atomisierung unserer Gesellschaft voranzutreiben. Frei nach dem Motto: Teile und herrsche. Je gespaltener die Gesellschaft desto einfacher ist sie zu kontrollieren. 

Eine demokratische Gesellschaft sollte aber weder die einen noch die anderen Dominanzverhältnisse anstreben, sondern faire Rahmenbedingungen für alle schaffen. Die Herausforderung besteht darin, Gleichberechtigung nicht als   Geschlechterkampf mit Frontverläufen zu führen sondern als Prozess. Vielleicht liegt die eigentliche Aufgabe also weniger im Schlagabtausch der Narrative als in der nüchternen Frage wie wir gesellschaftliche Harmonie langfristig erhalten?

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