Die österreichische Regierung will, nachdem Frankreich mit einem Verbot vorgeprescht ist, ein ähnliches Gesetz umsetzen. Doch Experten warnen – eine Altersverifkation käme einer digitalen Barriere gleich.
Ein Verbot von Social Media für Jugendliche in Österreich wäre ein schwerwiegender Eingriff in die Lebensrealität junger Menschen. Erstens schränkt ein solches Verbot die Meinungsbildung ein, da soziale Medien heute zu den wichtigsten Plattformen für politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Austausch gehören. Wer Jugendlichen den Zugang verwehrt, nimmt ihnen auch die Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.
Zweitens würde damit der freie Zugang zu Medien eingeschränkt. Viele journalistische Inhalte, Bildungsangebote und zivilgesellschaftliche Debatten finden längst primär auf sozialen Netzwerken statt. Ein Ausschluss Jugendlicher bedeutet daher auch einen Ausschluss von aktuellen Informationen.
Drittens verkennt ein Verbot die Bedeutung digitaler Kompetenzen: Kinder die nichts dürfen werden zu Erwachsenen die nichts können. Medienkompetenz entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch verantwortungsvolle Nutzung und Aufklärung.
Viertens führt ein Verbot eher zu Ausweichverhalten als zu Schutz – Jugendliche würden soziale Netzwerke heimlich oder über unsichere Wege nutzen. Ein klassisches Verbot wäre zwar gesetzlich möglich, ob es aber Jugendliche wirklich daran hindert, ist stark zu bezweifeln.
Fünftens schafft ein solches Gesetz eine gefährliche Grundlage für staatliche Kontrolle über Kommunikation. Wenn der Zugang zu Plattformen einmal eingeschränkt wird, stellt sich die Frage, wo die Grenze staatlicher Regulierung endet.
Insgesamt würde ein Social-Media-Verbot für Jugendliche also nicht schützen, sondern grundlegende demokratische Rechte untergraben – insbesondere die Meinungsfreiheit junger Menschen und in folge die Rechte kommender Generationen.